Title:

Eine Revolution der Physik?

Home
deutsch
  
ISBN: 3211331409   ISBN: 3211331409   ISBN: 3211331409   ISBN: 3211331409 
 
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>|
  Wir empfehlen:       
 

 

Die Homöopathie aus physikalischer Sicht

Die Homöopathie ist nach ihrem Selbstverständnis weder Psychotherapie noch Seelsorge, sondern eine Therapie mit Medikamenten. Der Arzt untersucht den Patienten auf die in der Homöopathie vorgeschriebene Weise (Anamnese-Erhebung und Repertorisierung) und ermittelt hierdurch das geeignete Medikament nach dem Simileprinzip; das Medikament wird hergestellt und dem Patienten gegeben. Also ist die Wirksamkeit der Medikamente eine notwendige Bedingung für die Wirksamkeit der Homöopathie. Die Herstellung der Medikamente erfolgt nach den Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuches (HAB1) durch rein technisch-pharmazeutische Verfahren ohne Bezug auf einen individuellen Menschen; für die typisch homöopathischen Produktionsschritte (Verdünnen und Schütteln) ist die Physik nach ihrem Selbstverständnis allein zuständig.

Nach den Vorschriften des HAB1 beginnt man, um z. B. ein Belladonna-Präparat herzustellen, mit dem Saft von Belladonna (Tollkirsche), der als Urtinktur bezeichnet wird. Von diesem gibt man ein Teil in ein Gefäß, darauf neun Teile Lösungsmittel (51%igen Alkohol), sodass eine Verdünnung von 1:10 entsteht. Nach dem lateinischen Wort für zehn heißt diese Potenzierungsreihe D, die erste Stufe also D1. Diese Lösung muss „mindestens 10mal kräftig geschüttelt“ werden. Von dieser nimmt man wieder ein Teil, gibt darauf neun Teile Lösungsmittel, schüttelt und erhält D2 – und so weiter. Eine wesentliche Aussage der Homöopathie ist, dass durch dieses stufenweise Verdünnen mit dazwischengeschaltetem Schütteln, das Potenzieren, etwas anderes entsteht als durch das Verdünnen in einem Zug. So soll die Potenzierung D3 eine andere Wirksamkeit haben als die Verdünnung 1:1000.

Durch die Potenzierung gelangt man bald an die Grenze, jenseits derer kein Molekül der Urtinktur mehr in der Lösung enthalten ist. Diese Grenze, die durch die Avogadro-Zahl (Zahl der Moleküle pro Mol) gegeben ist, wird bei D23 erreicht. Für die üblichen Hochpotenzen D30 und höher lässt sich somit kurz und griffig formulieren: Wo Belladonna D30 draufsteht, ist kein Belladonna drin. Diese Tatsache ist den Homöopathen (wenn auch nicht allen Patienten) bekannt. Nach der Lehre Hahnemanns, der 1796 die Homöopathie begründete, rührt die Wirksamkeit der Hochpotenz-Präparate nicht von den materiellen Anteilen der Urtinktur her, sondern von einer Eigenschaft der Urtinktur, die er als „geistartige Kraft“ bezeichnete. Diese geistartige Kraft soll durch das Schütteln auf das Lösungsmittel übertragen, ihre Wirksamkeit durch das Potenzieren gesteigert und durch die Verabreichung die Lebenskraft des Patienten erhöht werden. Spätere Autoren verwenden statt „geistartige Kraft“ die Bezeichnungen „Bildekraft“ bzw. „Wesen“ (Steiner), „Urprinzip“ bzw. „Information“ (Dethlefsen 1985) oder „Energie“.


Die medizinisch-psychologischen Faktoren der Homöopathie, auf die dieser Artikel nicht eingeht, sind kursiv dargestellt, während der Zuständigkeitsanspruch der Physik für die Medikamenten-Herstellung durch gewöhnliche Schrift gekennzeichnet ist.


Die Lösungsmittel Wasser und Alkohol sind keineswegs vollkommen reine Stoffe. Das sauberste Lösungsmittel, das das Arzneibuch kennt, ist „Wasser für Injektionszwecke“. Dieses darf noch Nebenbestandteile wie z. B. Kalk- oder Eisenverbindungen enthalten, deren Konzentration etwa D6 entspricht. Auch der Alkohol enthält Nebenbestandteile, die davon abhängen, ob er aus Wein, Roggen oder Kartoffeln hergestellt wurde. Diese Nebenbestandteile werden beim Potenzieren mitgeschüttelt. Die Homöopathen nehmen jedoch an, dass beim Potenzieren nur die geistartige Kraft der Urtinktur an das Lösungsmittel übertragen werde, während den Nebenbestandteilen keinerlei Bedeutung zukomme. Somit ergeben sich für die Wirksamkeit der Hochpotenz-Homöopathie folgende notwendige Bedingungen:

  1. Die Eigenschaften einer Lösung können durch Schütteln verändert werden.
  2. Die Eigenschaften einer Lösung hängen von der Art der Verdünnung (stufenweise oder in einem Zug) ab.
  3. In der Urtinktur existiert eine geistartige Kraft.
  4. Die geistartige Kraft wird durch Schütteln auf das flüssige Lösungsmittel übertragen.
  5. Diese Übertragung geschieht auch dann noch, wenn kein Rest der Urtinktur mehr vorhanden ist.
  6. Die geistartige Kraft ist im flüssigen Lösungsmittel langfristig gespeichert (mindestens fünf Jahre).
  7. Die geistartige Kraft rührt nur von der Urtinktur her, nicht von den Nebenbestandteilen des Lösungsmittels.

 

  
Ludwig Boltzmann (1844-1906): Zum hundertsten Todestag
Sonstige Artikel:
Bvlgari Omnia Chrystalline femme/woman, Eau de Toilette, Vaporisateur/Spray, 40 ml
von Bvlgari
Menschenwürde als Rechtsbegriff: Eine philosophische Klärung
von Paul Tiedemann
Lust auf . . ., Französische Alpen: Motorradtouren zu den höchsten Gipfeln der Alpen
von Sylva Harasim
 
   
 
     
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>| 

Back to the topic site:
StudyPaper.com/Startseite/Wissenschaft/Naturwissenschaften/Medizin

External Links to this site are permitted without prior consent.
   
  Home  |  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Copyright ©  |  Impressum