Title:

Eine Revolution der Physik?

Description:  Die Unterstützung der Homöopathie und ähnlicher Therapierichtungen durch die Krankenkassen.
Author:GWUP Prof. Martin Lambeck
deutsch
  
ISBN: 3406542719   ISBN: 3406542719   ISBN: 3406542719   ISBN: 3406542719 
 
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Eine Revolution der Physik?

Die Unterstützung der Homöopathie und ähnlicher Therapierichtungen durch die Krankenkassen

Martin Lambeck


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Prof. Dr. Martin Lambeck

geb.1934 in Berlin. Studium des Wirtschaftsingenieurwesens und der Physik in Berlin. 1959 Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Physik, 1964 Promotion zum Dr.-Ing., 1969 Habilitation für Physik. Seit 1970 Professor am Fachbereich Physik der TU Berlin. Veröffentlichungen auf den Gebieten Optik, Magnetismus, zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, Physik-Didaktik, Zusammenhang der Physik mit dem geistesgeschichtlichen Umfeld, Übersetzungen aus dem Englischen.

Anschrift: Fachbereich Physik, Sekretariat P1-1, Technische Universität Berlin, 10623 Berlin; Lambeck@Physik.TU-Berlin.de


Die Kontroverse zwischen so genannter alternativer und Schulmedizin ist nicht nur ein Streit zweier medizinischer Lehrmeinungen, sondern stellt die Frage nach der Gültigkeit der gesamten Wissenschaft. Warum finanzieren die Krankenkassen zum Teil Heilverfahren, die weder miteinander noch mit der heutigen Physik in Einklang zu bringen sind? Der Artikel fragt nach der inneren und äußeren Stimmigkeit der Homöopathie sowie ähnlicher Therapierichtungen und soll der Diskussion zwischen Krankenkassen, Ärzten und Politikern dienen.

Die Homöopathie ist der bedeutendste Zweig der so genannten alternativen Heilverfahren. Sie erfreut sich weiter Verbreitung und staatlicher Förderung; so trägt das Homöopathische Arzneibuch auf der ersten Seite den Bundesadler, und der Präsident des Bundesgesundheitsamtes fungiert als Vorsitzender der Homöopathischen Arzneibuch-Kommission. Der Deutsche Zentralverein Homöopathischer Ärzte (DZVHÄ) zählt 3000 Mitglieder. Tausende Heilpraktiker wenden die Homöopathie an; ihre Leistungen werden vom Staat als beihilfefähig anerkannt (Beckmann et al. 1998).

Die Kontroverse zwischen der naturwissenschaftlich orientierten Medizin (Schulmedizin) und der Homöopathie sowie den homöopathieähnlichen Verfahren wird von der Öffentlichkeit zumeist nur als Streit zweier gleichwertiger Medizinschulen wahrgenommen. Tatsächlich geht es jedoch um die Gültigkeit bzw. Vollständigkeit der heutigen Physik, teilweise sogar um die Gültigkeit der gesamten Wissenschaft seit Galilei.

Im Folgenden möchte ich nicht den Versuch einer umfassenden Darstellung und Kritik der so genannten „besonderen Therapierichtungen“ unternehmen. Die Homöopathie zum Beispiel ist – wie jedes medizinische Verfahren – ein komplexes Zusammenspiel von Medizin, Pharmakologie, Psychologie und Soziologie (siehe Abb. auf S. 118). Als Physiker kann ich nicht zu all ihren Facetten Stellung nehmen. Für die medizinischen Aspekte der Homöopathie verweise ich daher auf Lehrbücher (Köhler 1999, Gabanyi 1994, Wünstel et al. 1992, Gawlik 1992), eine Kurzdarstellung des DZVHÄ (1998) sowie einige Beiträge aus skeptischer Sicht (Oepen und Schaffrath 1991, Strubelt und Claussen 1999a,b, Burkhard 2000). Hier beschränke ich mich zunächst auf die Darstellung der rechtlichen Sonderstellung der besonderen Therapierichtungen im deutschen Gesundheitswesen; anschließend betrachte ich die Herstellung homöopathischer Medikamente aus der Sicht des Physikers. Sodann beschreibe ich die gedanklichen Grundlagen und Arznei-Herstellungsmethoden einiger der Homöopathie ähnelnder Verfahren, zeige die Akzeptanz solcher Verfahren durch einige Krankenkassen auf und stelle am Schluss die Frage nach der inneren wie äußeren Stimmigkeit einer solchen Kassenpolitik.


Viele Menschen suchen eine Alternative zur Schulmedizin, die als steril und technisch empfunden wird.


 

  
Die Philosophie der Physiker
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